Duane Louis: Blondes Gift

„Ich habe Ihren Drink vergiftet.“

Mit diesem Satz beginnt „The Blonde“, auf deutsch „Blondes Gift“, von Duane Louis. Keine große Einleitung, kein langweiliges, seitenlanges Beschreiben irgendwelcher Orte, Zack! und los geht’s. Mit eben jenen Satz also beginnt die 352 Seiten lange Echtzeitjagd nach Erklärungen, Verbrechern und natürlich auch einem Heilmittel.

Man versetze sich einmal in die Situation des Reporters Jack Eisley: man ist auf der Durchreise, sitzt in einer kleinen Flughafenbar und trinkt etwas. Dann dieser Satz von einer völlig unbekannten Blondine, die man nie zuvor gesehen hat. Wenige Minuten später hat man den potentiellen Scherz schon wieder vergessen; einige Stunden darauf hängt man kotzend über der Kloschüssel. Langsam glaubt man doch, dass die Blondine eventuell die Wahrheit gesagt haben könnte. Also zurück und auf die Suche nach ihr. Doch kaum hat man sie gefunden, wird alles nur noch schlimmer…

Blondes Gift
Blondes Gift (Taschenbuch), Heyne Verlag, 1. Auflage (1. Oktober 2007), 352 Seiten

 

Um das Buch mit einigen wenigen Worten zu charakterisieren: spannend, atemlos, Pageturner.
Dies kommt einerseits daher, dass sich die Handlung nahezu in Echtzeit abspielt. Richtige Kapitel gibt’s nicht, lediglich die Zeitangaben gliedern das Buch. Dabei bleibt zu bemerken, dass meist gleichzeitig auch der Handlungsträger wechselt: folgt man gerade mal nicht dem Protagonisten Jack, darf man den Handlungen eines Auftragskillers namens Mike Kowalski beiwohnen. Dass diese beiden Handlungsstränge zum Ende hin zusammenlaufen, ist einem da natürlich schon von Beginn an klar; wie genau dies passiert, bleibt aber offen bis man im Buch weitergelesen hat, wodurch die ohnehin schon hohe Spannung nochmals verstärkt wird. Manch einen könnte dieser schnelle Wechsel nun stören, das Stilmittel passt aber extrem gut in das Buch und dadurch, dass die Kapitel teilweise nicht mal eine Seite lang sind, kann man notfalls darüber hinwegsehen.
Blondes Gift kann man als kurz und knackig bezeichnen. Es bleibt einem vor Spannung kaum die Möglichkeit, es aus der Hand zu legen. Die Charaktere sind klasse, die Story toll erzählt und auch der Humor kommt nicht zu kurz, besonders zum Ende hin wird das nochmal deutlich.

Alles in allem bleibt also ein teilweise skurriles, immer aber extrem temporeiches Buch, welches nur darauf wartet, an einem verregneten Nachmittag am Stück durchgelesen zu werden

10/10

1) Douane Louis: Blondes Gift (Taschenbuch)Heyne Verlag, 1. Auflage (1. Oktober 2007),  Seite 7, Zeile 1

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